Rezension: Zwei Königinnen – Magret Kindermann

Zwei KöniginnenRezension zu Zwei Königinnen von Magret Kindermann

Auf der Leipziger Buchmesse erhielt ich einen Buchtipp zu die Zwei Königinnen. Als ich die Autorin dort dann auch noch per Zufall persönlich kennenlernen durfte, habe ich kurzerhand nach einem Exemplar mit Widmung gefragt. Und es hat geklappt!
Zunächst war ich beim Cover etwas zwiegespalten, weil es so schlicht ist und man es kaum einem Genre zuordnen kann. Mit dem Lesen der Geschichte, merkt man aber, wie genial es ist und wie subtil es alles Notwendige zur Geschichte beinhaltet.

Worum geht es eigentlich? In einer nahen Zukunft, ist das Reisen mittels Teleportation möglich und Elin nutzt diese Möglichkeit, um einem Kundenbesuch nachzukommen. Aus irgendeinem Grund scheint es nicht zu klappen. Vermeintlich. Wie sich herausstellt, wurde sie beim Teleportieren “geklont” und ihr zweites Ich hate den Kundenbesuch wahrgenommen. Fortan gibt es sie also zwei Mal. Von da an muss man sich als Leser mit einer besonderen Frage beschäftigen: Was würdest du tun, wenn es dich EXAKT ein 2. Mal geben würde?

Dieser Gedanke, als auch die solide ausgearbeitete Idee des Buches zur Teleportation, haben mich einfach nur gefesselt. Wie soll man reagieren, wenn ab sofort ein zweites Ich existiert, dass dich jederzeit ersetzen kann? Das du nicht austricksen kannst, weil es genau wie du denkst? Genau diesen Konflikt betrachtet das Buch und es geht sogar noch einen Schritt weiter: wenn es einmal passieren konnte, dann vielleicht noch weitere Male? Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, weil genau diese Fragen den Reiz des Buches ausmachen.

Ich fand den Schreibstil sehr erfrischend und leicht. Zum Ende hin wird es dann sogar so spannend, dass ich Zwei Königinnen nicht mehr aus der Hand gelegt habe. Und auch wenn man meint, die Geschichte sei zu Ende, bleibt irgendwie ein mulmiges Gefühl zurück. Die Gedanken wandern weiter, fühlen mit den Protagonisten.

Eine Sache möchte ich nicht unerwähnt lassen, weil sie mir beim Taschenbuch direkt aufgefallen ist. Es gibt keine Seitenzahlen im Buch. Auf Rückfrage bei der Autorin, war dies ein Experiment, weil man sich vollends auf die Geschichte konzentrieren sollte, um nicht vom inneren Drang permanent auf die Seitenzahl zu schauen, abgelenkt zu werden. Eine smarte Idee, die bei mir funktioniert hat, allerdings auch ein sicheres Lesezeichen voraussetzt. Sonst könnte eine Unachtsamkeit ein wenig suchen nach sich ziehen ;)
Von mir gibt es eine volle Leseempfehlung!

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