Rezension: Die Herren von Winterfell – George R.R. Martin

Die Herren von WinterfellRezension zu Die Herren von Winterfell von George R.R. Martin

Nachdem Game of Thrones aktuell DIE Serie ist, habe ich mich einmal an den ersten Teil der Bücher Die Herren von Winterfell gewagt. Auch weil die Geschichte nach Hören Sagen durch die zahlreichen Konflikte lebt, hatte ich gehofft dadurch etwas für mein Schreiben zu lernen.

Die Geschichte selbst ist allerdings nichts Besonderes. In einem mittelalterlichen Setting gibt es verschiedene adlige Familien, die um Macht kämpfen und sich mit Intrigen und Mord bei Laune halten. Gepaart wird das Ganze mit wenigen außergewöhnlichen Tieren und mysteriösen Wesen hinter einer großen Mauer.
Der Einstieg ist holprig, weil einem dermaßen viele Charaktere um die Ohren gehauen werden, dass einem schwindlig wird. Nicht nur das. Ihre Geschichte und Familienverhältnisse gleich mit. Dem zu folgen ist mehr als schwer und sorgt im Fortlauf der Geschichte durchaus für mal Verwechslungen. Ignoriert man diesen Umstand bleibt zunächst eine relativ schwache Geschichte, die erst im zweiten Drittel überhaupt an Fahrt gewinnt. Und da hat man bereits 400 Seiten gelesen. Das mag der Komplexität der Geschichte geschuldet sein, wäre aber bei jedem anderen Buch ein KO-Kriterium. Um so enttäuschender ist es, dass die Geschichte nach den 600+ Seiten einfach aufhört.

Mir war bewusst, dass es im Deutschen 10 und im Englischen nur 5 Bände gibt. Dass man diese aber so dilettantisch trennt und damit nicht einmal grundlegende Fragen des ersten Teils auflöst, entbehrt jedweder Lesebegeisterung. In Anbetracht von 16€ für das Taschenbuch(!), zahlt man für den kompletten ersten Teil mal eben 32€. Das ist Abzocke.
Hinzu kommt, dass das Buch auch sonst mit nicht viel aufwarten kann. Die Sprache ist einfach und schnörkellos, besitzt keinen Wiedererkennungswert oder besonderen Zauber. Einzig die Dialoge sind großartig und beleben den ganzen Text mit ihrer alten Sprache. Ansonsten ist auch die Welt nicht außergewöhnlich. Eine Burg hier, eine da, Klan hier, Klan dort, mal ein Schattenwolf und eine große Mauer, auf die nicht wirklich eingegangen wird. Sie ist meiner Ansicht nach sogar das einzig wirklich spannende an dem Buch.

Da mich Die Herren von Winterfell nicht wirklich gefesselt haben, die Geschichte selbst nur interessant ist, die Umsetzung noch schlimmer, gibt es gerade einmal zwei Sterne. Ich denke, diese Geschichte zeigt, was man mit Werbung erreichen kann. Sie mag als Fernsehformat in gekürzter Fassung hervorragend funktionieren. Als Buch gibt es deutlich bessere und vor allem fesselndere Geschichten, die nur halb solang sind. Abschließend gibt es also keine Leseempfehlung.

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