Rezension: Der Schatten in mir – Christian Milkus

Der Schatten in mirRezension zu der Schatten in mir von Christian Milkus

Der Schatten in mir war eine Errungenschaft auf der Frankfurter Buchmesse 2017. Bücher direkt beim Autor zu kaufen ist immer etwas Besonderes für mich. Ich hatte bisher nur Gutes gehört und war daher gespannt auf eine Fantasy-Geschichte, die etwas düsterer daher kommt.

Es geht um Salya, ein sechzehn jähriges Mädchen, dass im beschaulichen Schwarzbach lebt. Ein Ort irgendwo im Wald, weit abgelegen und weitesgehend isoliert. Hier kommt kaum jemand vorbei. Bis auf einmal das Böse selbst in Gestalt eines kleines Mädchens auftaucht und droht das gesamte Dorf zu seinem Reich zu machen.

Genauso dunkel wie die Geschichte klingt, ist sie auch. Gepaart mit interessanten Charakteren und Dorfgestalten, ist es genau das, was den Reiz ausmacht. Man ist schnell in der mittelalterlichen Szenerie verschwunden, hat das Dorf und die Lichtung vor Augen, kann vor allem das graue und regnerische Wetter fühlen. Eine Atmosphäre, in der man sich genauso hilflos fühlt wie die Dorfbewohner.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus Salyas und Kolens. Kolen ist der Dorfvorsteher und trägt die Verantwortung für diese Gemeinde. Genau diese wechselnde Erzählsicht macht den Blick auf die Geschehnisse interessant. Wie soll man ein Dorf gegen eine Macht beschützen, der man hilflos ausgeliefert ist? Und wie soll man sich als Mädchen in einer Welt zurechtfinden, in der man glaubt nicht hineinzupassen? Genau diese Gegensätze sind es, die diese Geschichte vorantreiben und für reichlich Konflikte sorgen.
Einzig Salyas aufbrausende Teenagerreaktion will nicht ganz in schlüssig in die Handlung passen. Grundlegend macht ihre Haltung Sinn, ihr Antrieb kommt mir dann aber zu plötzlich. Auch wenn das die Handlung nicht trübt, wäre es der einzige charakterliche Schwachpunkt für mich. Aber das ist gewiss Ansichtssache.

Nebst einiger kleiner Formatierungsschwächen, ist das Buch sonst hervorragend korrigiert und lektoriert. Und so konnte man die Geschichte genießen, die sich ab der Hälfte zu einem Pageturner entwickelt. Es hat Spaß gemacht an der Nase herum geführt zu werden, wo das Böse doch unaufhaltsam näher kommt und man so sehr auf eine Lösung für die kleine Gemeinde hofft. Das Cover fängt die Stimmung des Buches übrigens hervorragend ein. Mir hat Der Schatten in mir gut gefallen, auch wenn für mich noch nicht alle Fragen beantwortet wurden. Dennoch vergebe ich 4/5 Sternen (eher 4,5) und eine Leseempfehlung. Es lohnt sich.
Der zweite Teil lässt wohl auch nicht mehr all zu lange auf sich warten.

Weitere Rezensionen zum Buch findet ihr hier:

Jasmin Zipperling
Reading is like a journey
Buchregen

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