Rezension: Nation Alpha – Christin Thomas

Nation AlphaRezension zu Nation Alpha von Christin Thomas

Ich habe Christin vor zwei Jahren auf der Frankfurter Buchmesse kennengelernt und seit dem nur Positives über ihre Bücher gelesen. Als nun Nation Alpha im Zeilengold-Verlag erschien, wollte ich unbedingt zuschlagen.

Es geht um ein schwarzes Mädchen. Sie ist namenlos, wie alle Omegas. Bei ihrem neuen Herren wird sie nur Omega 4 gerufen. Sie sind nur Sklaven, gezüchtet, um den weißen Alphas zu dienen. Nun sollen sie durch Maschinen ausgetauscht werden. Sie fasst einen kühnen Plan: sie will die Alphas stoppen.

Die Geschichte ist gerade einmal 248 Seiten lang und doch übersteigt die Wirkung des Textes dies bei weitem. Von der ersten Seiten an, ist diese Erzählung beklemmend. Und zwar auf so eine perfide und geniale Art und Weise, dass man sich eingestehen muss: den ein oder anderen Gedanken hatte ich selbst schon. Nation Alpha vereint gleich mehrere Themen der Vergangenheit und Gegenwart.

Da ist zunächst die Versklavung der Schwarzen, aber auch Vertreibung, Unterdrückung und Krieg. Vieles kommt einem aus den Nachrichten bekannt vor und doch spielt die Geschichte in der Zukunft. In einer modernen Zukunft. Wer glaubt, dass sich unsere Gesellschaft sich in den nächsten Jahrzehnten grundlegend ändern wird und Frieden die Welt beherrscht, der wird eines besseren belehrt. Das Szenario ist realistisch und in der Detailfülle teils schmerzlich. Man leidet mit Omega 4, fragt sich permanent wie Menschen so grausam und unbeherrscht sein können. Und dann wird einem bewusst, dass dies die Realität für viele war und noch immer ist. Das zeigt uns die Gegenwart mit aller Deutlichkeit.

Nation Alpha ist eine sehr akribisch und gut durchdachte Welt. Sogar die Technik fügt sich nahtlos in die Geschichte ein, wird Helfer und Hürde. Die Charaktere sind allesamt sehr gut gezeichnet. Einzig die Liebe zwischen Kain und Omega 4 geht mir zu schnell. Dem Leser fehlen Kains Beweggründe sich in sie zu verlieben sowie der Ansatz dies zu zeigen. Daher überrascht das spontane Geständnis der beiden.

Dem Verlauf der Geschichte tut dies keinen Abbruch. Im Gegenteil, sie trägt ein Stück die Hoffnung, dass einfach alles gut werden muss. Genau wie sich einige auch heute an diese Hoffnung klammern. Nation Alpha ist schlicht genial, von der Idee bis hin zur Ausführung. Eine Geschichte, die, zu recht, zum Nachdenken anregt. Ich würde mehr als 5* dafür geben, wenn ich könnte.

, , , ,
Vorheriger Beitrag
Rezension: Seelenräuber – Bianca Fuchs
Nächster Beitrag
Rezension: Die Weltenwechsler Akten – Carolin Summer

Ähnliche Beiträge

Menü