Rezension: Der Angstfresser – Tanja Hanika

Der AngstfresserRezension zu Der Angstfresser von Tanja Hanika

Wer Horror liebt, kommt um Der Angstfresser nicht herum. Anders als in Zwietracht von Tanja Hanika, geht es dieses Mal weniger subtil, dafür aber deutlich blutiger zugange. Im Zentrum der Geschichte steht Chester Harris, ein Horrorautor, der mit der eigenen Leistung und den Reaktion, die seine Texte hervorrufen sollen, nicht mehr zufrieden ist. Sein Idee: Horror erlebbar machen. Doch die ist makabrer, als man zunächst annehmen mag.

Als Film würde man das Buch wohl bei “Splatter” einsortieren. Wobei das auch nicht ganz zutrifft, denn einfach sinnlos wird kein Blut vergossen. Chester Harris nutzt die Gelegenheit abzurechnen. Allein dieser Einstieg, den ich nicht verraten möchte, lässt ein wirklich anderen Abend mit seinen Fans und nicht Fans, erwarten. Ausgeklügelt, durchdacht und auf jeden Fall blutig.

Die Idee Anwesende für das eigene Überleben gegeneinander antreten oder Prüfungen bestehen zu lassen, ist nicht neu. Allerdings schafft es Tanja Hanika mit wirklich kreativen Ideen aufzuwarten. Da ist das Prädikat “Kranker Scheiß” dann auch eine Auszeichnung. Tatsächlich möchte ich davon gar nichts verraten, weil es den eigentlichen Reiz des Buches ausmacht.

Neben dem Protagonisten Chester, gibt es in Der Angstfresser einen bunt gewürfelten Haufen an Leuten: Fans, alte Verleger, die Presse, eine Bloggerin (übrigens eine tolle, zeitgemäße Idee), Chesters Freundin und noch andere. Jeder davon agiert glaubhaft, kämpft mit den eigenen Ängsten und man kann sich nicht entscheiden, wen man selbst in den Ring schicken würde. Da kapitelweise aus Sicht des Auserwählten und Chester erzählt wird, kommt man so sehr nah an die Beteiligten heran.

Der Zwist in der Geschichte zeichnet sich ein wenig ab und doch erfüllt sich das Erahnte nicht ganz. Gerade das Ende hat mich mit ein paar Fragezeichen zum plötzlichen Motivationswechsel zurückgelassen. Da hätte ich mir tiefere Gedankeneinblicke gewünscht. Wer zudem Spannung im herkömmlichen Sinne erwartet, die hat mich nicht ereilt. Neugierde allerdings schon, denn man kommt nicht umhin, sich die Frage zu stellen: “Was würde ich in dieser Situation machen?”.

Ich vergebe 4/5* für Der Angstfresser, das aber auch nur, weil ich den Vergleich zu Zwietracht von Tanja Hanika habe und dieses mir wirklich Gänsehaut bereitet hat und die Story etwas mehr Finesse hatte. Insgesamt ist und bleibt das Buch aber eine tolle und lesenswerte Horrorlektüre.

Weitere Rezensionen findet ihr hier:

Pinkanemoneblog
Couchpirat
Ke-Jas Buchblog

 

 

, , ,
Vorheriger Beitrag
Rezension: Geheimakte Inkarri – André Milewski
Nächster Beitrag
Rezension: Es war einmal in Deutschland – Stefan Barth

Ähnliche Beiträge

Menü