Rezension: Cyberempathy – E.F. Hainwald

CyberempathyRezension zu Cyberempathy von E.F. Hainwald

Cyberempathy ist einmal mehr eine Errungenschaft der FBM18. Aufmerksam gemacht hat mich dieses wundervolle Cover und der ungewöhnliche Titel. Worum geht es also in Cyberempathy?

Die Welt hat sich nach einem großen Krieg in vertikalen Städten mit mehreren Ebenen zusammengefunden. Das Cybernet soll die Menschen emotional verbinden und so Gewalt und schlechte Gedanken vertreiben, aber auch die Gefühle des anderen begreifbar machen. Leon ist Anfang 20 und Erinnerungskonstrukteur. Er führt ein geordnetes Leben und genießt den Luxus der oberen Ebene der Stadt. Doch ein Auftrag geht schief und er wird in die untersten Ebenen der Stadt verband, ohne Cybernet. Und hier ist alles anders.

Die Grundidee des Buches ist schlicht grandios. Was würde man sich, gerade in Anbetracht der vielen aktuellen Diskussionen, mehr Empathie wünschen, den anderen einmal in die eigene Gefühlswelt blicken lassen. Das man so Frieden und ein besseres Miteinander schafft, glaube ich sofort. E.F Hainwald hat sich genau mit dem Thema befasst und ein durchaus realistisches Szenario geschaffen, das zwar pures SciFi, aber dennoch nachvollziehbar ist.

Das Streben nach Perfektion, optisch, menschlich, charakterlich, ist die treibende Kraft des Buches. Damit erwischt er schlicht jeden Leser. Wir alle sind von der Gesellschaft dahingehend geprägt. Seine Vorstellung von Kybernetik und Genetik zeichnen zwar ein überspitztes Bild, aber eines, das den Spiegel nicht deutlicher vor Augen halten könnte.

Die Protagonisten aus Cyberempathy, Leon, Rade, Lux, Skylynn usw. sind allesamt detailreich und interessant gestaltet. Insbesondere die kuriosen Gestalten, wie Yas, gefallen mir fast noch besser. Hier wird die menschliche Schiene verlassen und die Fantasie kann frei fliegen.

Es gibt jedoch auch Punkte, die mich nicht überzeugen konnten. Sprachlich hat das Buch, insbesondere zu Beginn, seine Defizite. Lange, verschwurbelte Schachtelsätze machen es schwer einen Lesefluss entstehen zu lassen. Einfache Satzkonstruktionen, ohne permanente Nebensätze hätten den tollen Ideen besser gestanden. Das ändert sich vollkommen zu Ende hin.

Zwischenzeitlich fehlte mir der rote Faden und ich habe mich immer wieder gefragt: Was genau ist der Sinn der Geschichte? Was ist das Ziel? Zwar ist es unterhaltsam geschrieben, aber man fiebert dadurch weniger mit. Deshalb kommt mir auch das Ende einfach zu kurz. Nicht alle Fragen werden beantwortet und die Lösung reduziert sich auf eine rein Emotionale. Das ist mir in Anbetracht der Komplexität der Geschichte, dann doch zu dünn.

Abschließend kann ich Cyberempathy dennoch empfehlen. Allein schon, um sich mit den Ideen zu befassen, die mich wirklich ein außergewöhnliches Buch haben lesen lassen. Über die sprachlichen und inhaltlichen Schwächen kann ich allerdings nicht hinwegsehen und vergebe 3,5/5*.

Weitere Rezensionen finden ihr hier:

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