Die Frankfurter Buchmesse war nicht nur ein Anlaufpunkt, um mir lieb gewonnene Autoren und Blogger zu treffen, sondern auch die nächsten Schritte der Verlagsgründung anzugehen. Auf der Agenda standen zwei Gespräche mit Druckdienstleistern sowie eines mit der lieben Textflash, die aus dem Verlagsumfeld kommt und mir einen Blick hinter die Kulissen liefern wollte.

Mehr Schein als Sein

Der Grund für mein Gespräch mit diesen zwei Dienstleistern war, dass sie ein Service Gesamtpaket liefern. Vom Druck, eBook-Erstellung, bis hin zu Distribution und Versand. Den ersten Anbieter habe ich erst nach drei Runden durch die Halle gefunden, weil einfach die Standnummer nicht angebracht war. Zudem war es eine reine Präsens des Mutterkonzerns, so dass ich mich gar nicht um ein Gespräch bemühen brauchte. Der einzige Anhaltspunkt für mein Zielpartner war ein winziges Logo, irgendwo oben in einer Ecke.

Der zweite Kandidat war da deutlich besser aufgestellt: eigener Stand, Beispiele der Endverarbeitung, sehr professionell und freundlich. In dem folgenden Gespräch stellte sich dann aber heraus, dass die angepriesenen Serviceleistungen gar nicht alle so angeboten werden (können). ”eBook machen wir auch, bucht aber kaum einer.“ Da muss man sich schon die Frage „Warum“ gefallen lassen. Bei meiner kleinen Auflage fielen zahlreiche andere Optionen direkt unter den Tisch und rissen meine Vorstellungen gleich mit. Da der nächste, erwartete Termin des Ansprechpartners schon parat stand, blieb für mich nicht viel Zeit alle Fragen zu stellen. Ein Fazit konnte ich dennoch ziehen: am Ende drucken sie auch einfach nur.
Und ganz ehrlich: trotz Austausch des Visitenkärtchens hat sich bis heute keiner zurück gemeldet. Welch Überraschung ;)

Meist kommt alles anders

Wie nun weiter, nachdem die eigentlich großen Messeziele ein Flop waren? Ich war nicht unvorbereitet und habe mich dementsprechend auf das Gespräch mit der lieben Michaela (Textflash) gefreut. Sie hat mir kritische Fragen zur Verlagsgründung gestellt, auf die mir mit tiefergehendem Nachfragen allmählich die Antworten ausgingen. Das Gespräch war augenöffnend.

Ich habe das Talent mich vollkommen für eine Sache zu begeistern. Wie das halt so ist: wenn man für etwas brennt findet man genug Argumente es zu tun, aber nicht um es sein zu lassen ;) (Diese Rolle übernimmt für gewöhnlich meine Frau) Und so stellte ich fest, dass meine Ideen zwar schön, aber nicht unbedingt zielführend, bzw. notwendig sind. Eine ganz entscheidende Sache ist, dass ich den Aufwand wirklich völlig unterschätzt habe. Vater Staat macht es einem so kompliziert wie möglich einen Verlag zu führen. Damit ist das Verhältnis von Aufwand/Nutzen so klein, dass sich unweigerlich die Frage aufdrängt: Und wann schreibst du dann noch? Und genau hier wollte ich ja nächstes Jahr richtig durchstarten. Zudem kommt der nicht unerhebliche finanzielle Aspekt. Zwar wird 2017 mein bestes Jahr als Autor, allerdings reicht der Absatz noch lange nicht, um die etlichen Tausend Euro zu verargumentieren, die als Vorleistung für einen Verlag notwendig sind.

So gehts weiter

Schweren Herzens habe ich also meine Träume für einen Verlag ziehen lassen, um mich ganz der Qualität meiner Bücher zu widmen. Hier ist jeder Cent sinnvoll investiert. Allein die Überarbeitung der Xerubian-Reihe wird sehr viel Geld kosten, plus anschließende Bewerbung, um die Ausgaben zu relativieren. Zudem plane ich Merchandizing sowie einen Shirt-Shop, über den ich zahlreiche andere Ideen vertreiben möchte. Ja, die verrückten Ideen in meinem Kopf sprudeln ununterbrochen :D

Der 1. Teil der Buchwächter ist nahezu fertig geschrieben und dann geht es direkt mit der Überarbeitung. Im Januar folgt das Lektorat, im Februar die Testleser und Ende März soll schon veröffentlicht werden. Und dann soll in jedem weiteren Quartal ein Teil der Xerubian-Reihe überarbeitet sein, damit bis Ende 2018 alles in neuem Glanz erstrahlt. Die Zeit wird rennen.
Naja, und eine neue Buchidee schlummert natürlich auch schon in mir :D