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  • Andreas

10 Jahre als Autor

10 Jahre Autor. Ich kann mich nicht erinnern in meinem Leben überhaupt für etwas derart umfänglich Begeisterung gehabt zu haben. Mir fällt es schwer mich lange zu konzentrieren, bin schnell gelangweilt und einfach grundlegend bequem. Da grenzt es eigentlich an ein Wunder, dass ich zwei Fantasyreihen, einen Einzelband und fünf Kurzgeschichten zu meinen Veröffentlichungen zählen kann.


Das Jahr 2022 markiert gleich mehrere Jubiläen für mich. Ein Anlass einmal zurückzuschauen und Revue passieren zu lassen, was in 10 Jahren als Autor so alles geschehen ist. Wie bei vielen von euch ist auch meine Reise ein stetes Auf und Ab gewesen. Aber eines nach dem anderen.



Der Grundstein

2002, in meinem ersten Ausbildungsjahr fing alles an. Als gelangweilter Azubi fing ich an meine verrückten Ideen niederzuschreiben. Dann sprang mein Bruder mit an Bord. Was als Zeitvertreib zwischen uns begonnen hat, ist irgendwann die Basis für meine Autorenkarriere geworden. Das positive Feedback, der Zuspruch, aber vor allem eure Freude mit den Drachen, haben mich angetrieben immer weiter zu schreiben.


Ich kann es selbst kaum glauben, aber meine humorvolle Drachenfantasy Xerubian feiert gleich zwei Jubiläen. Zum einen ist die Geschichte nun 10 Jahre veröffentlicht, zum anderen wird die Idee bereits 20 Jahre alt. Ja, ihr habt richtig gehört. Vor 20 Jahren wurde der Grundstein für diesen Klamauk gelegt.


Viele blaue Flecken

Trotz dieser langen Zeit war Xerubian nie ein Erfolg. Bis heute habe ich mit den drei Büchern nicht einen Euro verdient. Das ist kein Scherz. Die Reihe hatte derart viel Pech, dass sie sich wohl auch davon nicht mehr erholen wird. Zwei Mal in Verlagen veröffentlicht, zwei Mal im Selfpublishing, gibt es nun so viele Versionen davon, dass es unglaublich schwer ist die Geschichte zu vermarkten. Das ist etwas, das ich wirklich bedaure, weil die Reise dieser Chaoten unglaublich unterhaltsam ist.



Auch als Mensch habe ich viel Blutzoll gezahlt. Die Beziehung zu meinem Bruder und meinem Papa, mit denen ich die ersten Jahre ein festes Team war, ist durch das Schreiben nachhaltig negativ beeinflusst. Es hat gedauert mich zu lösen, auf eigenen Wörtern zu stehen und meinen eigenen Weg zu schreiben (das war jetzt sehr philosophisch).


Selbst dann noch war das Autorendasein stets von Rückschlägen und Enttäuschungen geprägt. Bis heute. Jeden nur vorstellbaren Fehler eines Anfängers habe ich gemacht und trotzdem bereue ich nichts. Alles davon hat geholfen heute erfolgreich zu sein. Auf die Schnauze zu fallen ist wichtig.


Eine lange Durststrecke

Bis ins Jahr 2018 dümpelte alles nur vor sich hin. Jedes verkaufte Buch habe ich gefeiert, als Autor habe ich mich aber noch lange nicht gefühlt, mein Absatz war gerade einmal zweistellig.



Also habe ich zwar geschrieben, habe mich aber primär auf meine berufliche Karriere konzentriert. Nebenbei habe ich dieses Social Media entdeckt und die ersten Kontakte geknüpft. Rückblickend hat mir das erst richtig den Schub gegeben. Ich hatte plötzlich ein Netzwerk, Leute die mir meine Fragen beantworten und mir Tipps geben konnten. Aber auch Fans, die meine Geschichten lieben (was gibt es ohnehin Besseres?).


2019, mein Albtraumjahr


Dieses Jahr habe ich eigentlich komplett aus meiner gedanklichen Timeline gestrichen. Drei Gerichtsverfahren, eine fristlose Kündigung im Job, extreme private Probleme und weil das noch nicht reichte, ein Verlagstraum, der lauter nicht hätte zerplatzen können. Nie wieder möchte ich derart über meine physischen und mentalen Grenzen hinausgehen müssen.


Ein Stück weit habe ich damals mein Heil im Schreiben gesucht. Gar nicht so leicht, wenn man eigentlich nur funktioniert. Und doch habe ich in diesem Jahr Buchwächter 2 geschrieben, das bis heute erfolgreichste und bestbewertete Buch von mir.


3 Jahre AH Publishing

Nach der Pleite mit dem Zeilengold Verlag 2019 sind es nun auch schon wieder drei Jahre, in denen ich mein Label AH Publishing betreibe. Ich habe mir damit einen Traum erfüllt und das in einer Zeit, die nicht ungünstiger dafür hätte sein können. Im Nachgang bin ich froh, dass die Pandemie den Erfolg ein wenig eingebremst hat.


Ein harter Ritt

Allein im ersten Jahr habe ich mehr erreicht und verkauft, als in den 8 Jahren davor zusammen. Das zweite Jahr hat diesen Erfolg beinahe noch verdreifacht. Und nun im Dritten wachse ich weiter moderat und verlasse sogar den Kleinunternehmer. Mein Kopf kann dies so schon kaum verarbeiten, ein noch schnellerer Erfolg hätte mir ganz sicher nicht gutgetan.


Weiß Gott waren das keine leichten Jahre. Streit um den Impressumsservice und permanente Querelen mit dem Distributor. Zudem hatte ich zwei Schreibtiefs, die mich beinahe dazu gebracht haben alles an den Nagel zu hängen. Auch privat war es alles andere als eine leichte Zeit. Aber wer wären wir, wenn wir unsere Träume nicht konsequent verfolgen würden?


Niemals aufgeben

Ich bin niemand, der leicht aufgibt. Hoffnung und der Glaube an seine Ziele können Immenses bewirken. Nun gut, das bisherige Investment eines Mittelklassewagens mag durchaus auch seine Berechtigung als Motivator haben. Und dann passieren einfach auch Wunder.


Ich habe Ines von der Hörbuchmanufaktur kennengelernt. Eine Seele von Mensch, die mir ihr volles Vertrauen in meineBuchwächter geschenkt hat. 3 Hörbücher haben wir seitdem realisiert, das 4. ist in der Veröffentlichung und das 5. in Produktion. Davon hätte ich in 5 Jahren noch nicht geträumt.


Der Vertrag mit dem russischen Verlag war für mich kein Zufall. Es war das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit, geprägt von Verzicht und den Glauben daran, das Richtige zu tun und nicht am falschen Ende zu sparen. Ob sich dies, gerade in Anbetracht der derzeitigen Situation, auch als Erfolg herausstellen wird, sei erst einmal dahingestellt.


Menschlich bin ich ebenfalls gewachsen. Ich habe meine ersten Stände auf kleinen Messen gehabt, mich bei großen Messen eingemietet und hatte sogar den ersten eigenen Stand geplant. Niemals aufgeben, die Möglichkeiten beim Schopf ergreifen, das ist es worum es geht. Dass ich eigentlich introvertiert bin und neue Situationen nicht mag, würde mir heute keiner mehr abkaufen.


Und was kommt in den nächsten 10 Jahren?

Tja, selbst wenn man mir eine Glaskugel hinstellen würde, gäbe ich nichts dafür einen Blick zu riskieren. Ich würde allerdings lügen, hätte ich nicht noch ein paar Punkte auf der Liste.


Mehr Fokus

Bereits letztes Jahr habe ich angefangen alles an Zeitfressern aus meinem Leben zu eliminieren, die mir nicht guttun. Darunter war auch das Streamen und die 3D Arbeit, zwei Dinge an denen ich durchaus Spaß hatte. Aber es geht halt ums Schreiben, also stehen einzig meine Projekte im Fokus. Selbst Kurzgeschichten habe ich dafür gestrichen und verfolge die Anthos zu denen ich eingeladen wurde im Stillen. Ich habe so den Kopf frei und kann mich auf eine Sache konzentrieren und tatsächlich werden meine Texte und Ideen seitdem besser.


Vollzeitautor?

Viele von euch sind bereits davon ausgegangen, dass ich Vollzeit schreibe. Dem ist nicht so, tatsächlich verdiene ich in 10 Jahren das erste Mal überhaupt etwas mit dem Schreiben. Ich hatte nie die Ambition davon leben zu können und strebe auch nicht danach. Solange ich nicht schreiben muss, sondern kann, bleibt es meine Ruhezone in der ich abtauchen kann. Und das soll so bleiben. Die Zukunft ist derzeit viel zu ungewiss, die ganze Branche im Umbruch und die Kostenspirale kaum zu planen.


Gerne darf mir das Schreiben ein gutes Auskommen sichern, aber ich arbeite in meinem Beruf auch einfach viel zu gerne. Ich habe mir in 20 Jahren auch dort viel erarbeitet, allein deswegen möchte und kann ich mich nicht in eine ungewisse Zukunft stürzen.


Wie soll es weitergehen?

Meine Projektliste ist für die nächsten drei Jahre bereits gefüllt und da geht es lediglich um die schon geplanten Ideen. Ich möchte mich weiter ausprobieren, neue Genre entdecken und mich damit stetig fordern. Vor allem gestalterisch auch neue Wege gehen und mehr von den kunstvollen Schätzen wie Acusticon zaubern.


Es wäre allerdings auch toll, wenn ich meine Geschichten einem breiteren Publikum zugänglich machen könnte. Vor allem international. Für 2023 würde ich gerne eine Agentur finden, die mir hilft den spanischen und englischen Markt zugänglich zu machen. Das wäre in der Tat noch ein Traum von mir.


Auch möchte ich meine Messepräsenz weiter ausbauen. Ich habe einfach unglaublich viel Spaß an den Gesprächen und dem Austausch. Es ist jedes Mal ein toller Moment auf einen Tisch zu schauen und zu realisieren, was man alles erreicht hat.


Mein Resümee zum Autorendasein

Nach langer Zeit habe ich wieder meine volle Freude am Schreiben zurückgewonnen. Es warten tolle Ideen und neue Möglichkeiten auf mich. Um nichts auf der Welt möchte ich das verpassen. Die Träume sind die gleichen, sie schillern vielleicht etwas anders jetzt. Auch warten da draußen noch so viele neue Bekanntschaften, es wäre doch schade, wenn wir uns auf Messen nicht mehr über den Weg laufen würden.

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