Mein Wechsel von Wordpress zu Wix

Als Ecommerce Manager beschäftige ich mich den lieben langen Tag mit Online-Plattformen, Shops und deren Optimierungen. Man könnte es als bezahlte Passion bezeichnen. Ich bin aber auch ein Gewohnheitstier, dass seine Komfortzone nur verlässt, wenn es sich wirklich lohnt. Genau solch ein Moment ist nun gekommen: Ich habe meine Online-Präsenz von Wordpress zu Wix gewechselt. Warum das so ist und ob das vielleicht auch für euch eine Option ist, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.


Übersicht

Über 10 Jahre Wordpress

Mein Frust mit Templates und Gestaltung

Mein Frust mit WooCommerce

Mein Frust mit der Mobiloptimierung

Der Webseitenbaukasten von Wix

Was mich an Wix begeistert

Wo Wix noch Potenzial hat

Wie verlief der Wechsel

Meine Ausrichtung mit der Webseite von Wix

Mehr Sichtbarkeit

Ein optimierter Shop

Mehr Verkaufskanäle

Effektivere Werbung

Abschließende Worte


Über 10 Jahre Wordpress

Meine erste Webseite habe ich schon vor über 15 Jahren aufgesetzt, damals noch mit Joomla. Irgendwie hat mich schon immer der Drang beflügelt, meine Leidenschaften nach draußen zu tragen. In den letzten 10 Jahre hat mich dabei Wordpress begleitet. Nach wie vor ist es eine sehr gute und extrem flexible Plattform, die auch Neulingen einen leichten Start ins Internet ermöglicht. Mit meinen gestiegenen Ansprüchen an Gestaltung und Verkauf konnte die Plattform aber irgendwann nicht mehr mithalten.


Frust mit Wordpress

Mein Frust mit Templates und Gestaltung

Jeder von uns möchte eine Webseite, die im Kopf bleibt, die einfach zu bedienen ist und toll aussieht. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie viele verschiedene Templates ich in den Jahren durchprobiert habe. Einige davon kosteten viele hundert Euro. Eines war ich jedoch nie: zufrieden. Da Funktionen und Nutzbarkeit sehr stark vom Template abhängen, gab es immer etwas, das ich am Ende nicht umsetzen konnte. Wohl auch deshalb habe ich spätesten nach zwei Jahren versucht alles neu zu gestalten.


Etwas, dass in den letzten Jahren stark zugenommen hat und auch die Zukunft von Wordpress sein wird, sind Content-Baukästen. Also Module mit denen sich Inhalte schneller und einfacher erstellen lassen. Dieser Gedanke ist prinzipiell nicht neu und wurde bereits mit Wordpress Bakery oder Elementor umgesetzt. Doch die kosten (gutes) Geld und harmonieren nicht immer mit den Templates.


Und da nicht jedes Tool alles kann, gibt es eine Flut an Plugins, die scheinbar keine Wünsche offen lassen. Tja, und das ist genau das größte Problem für mich. Über die Zeit installiert man unzählige davon und merkt gar nicht, dass man sich damit ein Schwergewicht schafft, das immer langsamer wird. Doch das bringt noch ein weiteres Problem mit sich: die Kompatibilität. Jedes einzelne Plugin muss, neben Wordpress selbst, aktuell gehalten werden, damit die Seite funktioniert. Spielt eines nicht mit, geht irgendwas hops. Und gerade dann fängt die Suche nach der Ursache an.


Gerade dieser Umstand kostete mich unendlich viel Zeit, weil die Plugins selbst zwar reibungslos funktionierten, aber im Zusammenspiel mit andere teils eben wieder nicht. Alle zwei Tage muss irgendeines aktualisiert werden. Denn die automatische Aktualisierung sollte man unter keinen Umständen aus den genannten Gründen nutzen.


Mein Frust mit WooCommerce

Ein besonders wichtiges Plugin war die Shop-Erweiterung WooCommerce. Mit den letzten Jahren ist mein Autorenshop zu einem wichtigen Standbein geworden. Durch meinen Beruf habe ich bestimmte Wünsche und weiß wie ich Produkte richtig präsentiere. Leider ist die Struktur derart komplex und unflexibel, dass selbst Erweiterungen an ihre Grenzen stoßen oder Anpassungen ungemein kompliziert sind.

Zudem ist das Plugin allgemeingültig und damit Länder unabhängig. Dank des umfangreichen deutschen Rechts braucht es bereits wieder ein Plugin, um den Shop rechtssicher zu machen. Von einem korrekten Cookie-Banner einmal abgesehen. Sind also bereits zwei weitere Installationen. Diese sind nicht umsonst und schlagen allein mit 100€/Jahr zu Buche.


Mit meinem letzten Template, dem Divi Theme, konnte ich zwar eine tolle Produktseite bauen, hatte damit aber enorm viel Arbeit. Die Anlage von Varianten und Restverkäufen vereinfachte aber auch das nicht.


Mein Frust mit der Mobiloptimierung

Mobiloptimierung mit Wix

Aufgrund meiner Werbekampagnen sowie den sozialen Medien, erreicht mich knapp die Hälfte meiner Besucher über das Mobiltelefon. Eine gute und schnelle Bedienbarkeit ist daher sehr wichtig. Nun kommt noch hinzu, dass Google mit dem Mobile First Gedanken Seiten in der Sichtbarkeit abstraft, wenn diese keine entsprechende Optimierung mitbringen und die notwendige Geschwindigkeit besitzen. Und das hängt entscheidend vom Template ab. Ein großer Nachteil dabei: man kann die mobilen Inhalte meist nur über zusätzliche Baukästen wie Elementor korrekt einstellen.


Ich habe für mich in den letzten Jahren keinen gangbaren Weg gefunden, der mich zufrieden stellt. Zu viele Plugins, fehlende Detaileinstellungen und die größten Bemühungen sind einfach umsonst.


Der Webseitenbaukasten von Wix

Ich muss gestehen, dass ich mich lange gegen die Nutzung eines Webbaukastens gesträubt habe. Sie besaßen für mich immer das Wenn-du-es-nicht-kannst-dann-nutzt-du-halt-das-Image. Was lag ich damit aber falsch. Im Gegensatz zu Elementor oder Worpress Bakery sind sie ein Ökosystem, also jeder Hinsicht funktionell abgestimmt.


Neben Wix hatte ich mir auch Jimdo angeschaut. Gerade dort hat mich die Rechtssicherheit für deutsche Shops besonders gereizt. Leider ist Jimdo in Sachen Umfang noch nicht so weit wie Wix, gerade was den Shop angeht. Wer diesen aber nicht benötigt, sollte sich die Plattform dennoch unbedingt ansehen!


Was mich an Wix begeistert

Gleich vornweg: Wix ist durchaus umfangreich und es braucht etwas Zeit sich in die Navigation einzuarbeiten. Dennoch nachfolgend die Dinge, die mich überzeugt haben.

Kaum hatte ich mich registriert, wurde mir ein persönliches Gespräch mit einer Beraterin angeboten. Das habe ich wahrgenommen. Mir wurde eine grundlegende Einführung gegeben, ich konnte teils sehr detaillierte Fragen stellen (fast alle zum Shop) und erhielt im Nachgang eine Email mit den wichtigsten Antworten zusammengefasst. Absolut Top! Denn Wix besitzt eine hervorragend Doku. Sollte die nicht helfen, gibt es einen Support.


Wix Begeisterung

Umgehauen hat mich dann der Content-Editor. Nach dem Divi-Theme war ich bereits verwöhnt, doch hier wurde Flexibilität noch einmal ganz neu definiert. Ich habe derart viele Freiheiten, dass einzig mein beschränktes Design-Verständnis mich einbremst. Aber selbst dafür gibt es unzählige Vorlagen. Im Handumdrehen war ich eingespielt und habe meine ersten Seiten umgesetzt. Besonderer Clou: die eigene Bilddatenbank.


Von sich aus bietet Wix unzählige Module von Shop, Blog bis Eventkalender samt Buchungsplattform. Alles ist aufeinander abgestimmt und harmoniert. Toll daran, das System ist sehr performant und agiert unheimlich flott. Wer wollte, könnte sich die Seite auch am Handy erstellen (aber wer möchte das wirklich schon?).


A propos Handy, die Mobiloptimierung ist sensationell. Im Editor wechselt man die Ansicht auf Mobil und kann alle Elemente neu anordnen, teile Entfernen oder geringfügig anpassen, damit sie der anderen Auflösung gerecht werden. Das habe ich nirgends in der Perfektion bisher gesehen.


Für jemanden so Effizienz getriebenen wie mich, waren die zusätzlichen Anbindungen spannend. Facebook Shop, Instagram Shop, Facebook Kampagnen und Ebay Anbindung lassen sich mit relativ wenig Aufwand umsetzen. Hervorragend, musste ich doch bis dato alles selbst einrichten, was nicht immer einfach war.


Wix bietet zudem eine App, um die Aktivitäten auf der Seite zu überwachen oder via Chat (falls eingerichtet und gewünscht) auf der Seite jeder Zeit mit seinen Benutzern zu interagieren. Ich sehe wann Bestellungen reinkommen, Statistiken zu Blog- und Seitenbesuchen, zur Performance meiner Werbekampagnen und einiges mehr. Und bei der Komplexität ist sie erstaunlich gut zu benutzen.


Wo Wix noch Potenzial hat

Nun bietet Wix zwar eine grundlegende Seite mit eigener Wix-URL gratis an, wer allerdings einen Shop und zusätzliche Funktionen möchte, braucht ein kostenpflichtiges Paket. Mich kostet das mittlere Business-Paket 30€/Monat. Da Wix mich unbedingt wollte, hat man mich penetrant mit einem 50% Gutschein für das erste Jahr angeworben. Zugegeben die Kosten sind nicht ohne. Funktioniert die Facebook Werbung aber, finanziert sich die Seite selbst. Verglichen mit den bisherigen Kosten für Domain, Server & Webspace sowie den Rechtsicherheits-Plugins für den Shop, ist der Sprung nach oben nur minimal.


Etwas das mich böse erwischt hat, war die Nutzung einer Emailadresse mit Domainnamen, wie info(at)andreashagemann.com. Serverseitig ist so etwas in 2 Minuten eingerichtet. Wix nimmt für diese Inbox 7€/Monat. Das ist unverschämt, zumal eine Google Inbox damit eingerichtet wird. Es gibt aber zum Glück eine Alternative, bei der man sich selbst eine Mail via Server extern einrichtet und diese via DNS Einstellungen selbst verbindet. Ja, man muss Ahnung davon haben. Das werde ich für das 2. Jahr aber einrichten, denn das kostet nur 2€/Monat.


Eine Sache, die derzeit nur in den USA existiert, ist eine Schnittstelle zu Amazon. Wer also möchte, könnte seine Produkte direkt bei Amazon verkaufen und verwaltet den Rest über Wix. So mache ich es bereits mit Ebay. Gerade für das Thema Restposten ist das eine wirklich tolle Sache, zumal Bestände dann einheitlich abgeglichen werden.


Wie verlief der Wechsel

Wer auf eine direkte Migration von Worpress zu Wix hofft, der muss wissen, dass dies lediglich mit Blogbeiträgen funktioniert. Aufgrund der verschiedenen Templates und Content-Baukästen, ist das gar nicht anders möglich. Da ich die Seiten parallel aufsetzen konnte, blieb mir der Stress erspart und ich konnte mich Seite für Seite durcharbeiten. Im gleichen Zuge habe inhaltlich abgespeckt und mich aufs Wesentliche konzentriert.


Da das Herzstück mein Autoren-Shop war, war ich besonders erstaunt wie schnell und unkompliziert sich die Produkte neu anlegen ließen. Auch die Einrichtung des Portos ist toll gelöst. Sogar mein freiwilliges Porto ließ sich wieder umsetzen und das sogar auf eine sehr charmante Weise. Probiert es also aus :)


Da ich bereits mehrmals meine Seite neu aufgesetzt und umgestaltet habe, muss ich sagen, dass dies mit Wix am wenigsten Zeit in Anspruch genommen hat. Die Bedienung hat hier einiges zu beigetragen, aber natürlich auch das Weglassen anderer Seiten. Dennoch, alles musste von Grund auf neu eingerichtet werden und trotzdem war der Aufwand akzeptabel. Vor allem, weil es einen Leitfaden gibt, der einen durch die wichtigsten Punkte durchführt.


Meine Ausrichtung mit der Webseite von Wix

Nun habe ich anfangs erwähnt, dass ich solch einen großen Schritt nicht ohne Grund mache. Mit diesem Wechsel gehen für mich strategische Themen einher. Was ich mir davon erhoffe, möchte ich euch gerne darlegen.


Mehr Sichtbarkeit


Sichtbarkeit mit Wix

Ich habe zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) bei Wordpress Yoast SEO genutzt (sehr zu empfehlen!). Etwas Ähnliches bringt Wix zwar nicht mit, dafür aber einen SEO Check. Der ist zwar rudimentär, die Sichtbarkeit und Struktur der Seiten dafür aber gut. Auch lässt sich die Darstellung auf Social Media Seiten vorab prüfen. Wix ist vor allem technisch für eine gute Performance optimiert und das ist insbesondere für Google wichtig. In der Tat sind die Seiten jetzt richtig schnell.


Ein optimierter Shop


Online-Shop mit Wix

Wix hat insbesondere bei den Shop-Dingen im Hintergrund sehr gute Arbeit geleistet. Produktanlage, Rechnungslegung, Abwicklung und Verwaltung sind übersichtlich und einfach zu nutzen. Die Mails sind alle perfekt aufbereitet und optisch sehr ansprechend gestaltet. Zudem habe ich die Möglichkeit den Großteil der Seiten in der Gestaltung anzupassen, auch für mobil. Das macht mir mein Leben leichter und ich weiß, dass die Benutzererfahrung top ist. Wichtig, wenn man Vertrauen für eine erste Bestellung aufbauen muss.


Ein weiteres Argument sind mehr Zahlungsoptionen. Klarna, paypal, giropay und andere sind out of the box integriert. Wenn ich da an die Paypal-Integration bei Wordpress denke, gibt’s wieder graue Haare. Mehr Zahlungsoptionen bedeutet nämlich, dass jeder Benutzer seine bevorzugten Zahlart findet und so eher gewillt, ist einen Kaufabschluss zu tätigen.


Mehr Verkaufskanäle

Die Einbindung von ebay ist bereits erfolgt und eine feine Sache. Denn jeder weitere Kanal, der mir Sichtbarkeit verschafft, hilft am Ende beim Verkauf. Sollte auch nur ein Buch im Monat über ebay verkauft werden, sind es dennoch 120€ Gewinn im Jahr. Haben oder nicht haben. Sollte Amazon noch dazu kommen, wäre mein Autorenherz richtig glücklich.


Vor allem aber die aufwändige und fusselige Pflege des Facebook und Instagram Shops fallen nun weg. Wer sich die Pflege dort ausgedacht hat, hat sein Shopverständnis aus einem 3D Drucker.


Effektivere Werbung

Wer schon einmal bei Facebook versucht hat Werbung zu schalten, wird sicherlich nicht nur ein Mal der Verzweiflung nahe gewesen sein. Wix macht es hier besonders einfach, denn sie haben einen Algorithmus entwickelt, der die Produkte nicht nur selbst einlistet, sondern mit künstlicher Intelligenz auch nach Effizienz und Konvertierung ausspielt und optimiert. Das teste ich gerade und bin sehr gespannt. Auch der herkömmliche Weg über Werbekampagnen mit Bildern ist möglich.


Abschließende Worte

Ich verspreche mir viel vom Wix Webshopbaukasten und wurde bisher nicht enttäuscht. Anstatt vier verschiedenen Rechnungen im Jahr, brauche ich mich nur um eine zu kümmern. Alles aus einer Hand macht natürlich auf Dauer auch abhängig, dessen bin ich mir bewusst. Das tun größere Plugins und Templates allerdings auch. Wenn ich dabei aber zufrieden bin, es mir Zeit spart und dabei ein professionellerer Auftritt dabei herumkommt, dann lohnt sich dieser Schritt. In einem Jahr wird Bilanz gezogen. Bis dahin schaut euch doch gern einmal um, testet den Shop (:D) und lasst mich über die Kommentare wissen, wie euch die Seite gefällt. Denn auch dieser Blog ist komplett neu und nimmt mir in der Verwaltung einiges an Arbeit ab.


Andreas