Rezension zu Memoiren von Wolfgang Hagemann


Zum Inhalt

An Ostern 2018 ist mein Opa verstorben. In den letzten Jahren hatte er an seinem eigenen Laptop begonnen sein Leben zu Papier zu bringen. Auch um seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln etwas von ihm zurückzulassen.

Dies war wohl der Grund das mein Papa, mittlerweile selbst Rentner anfing sein Leben aufzuschreiben. Damit auch die Gedanken meines Opas nicht verloren gehen, hat er die eigenen sowie die seines Vaters zusammen in ein Buch gepackt. Ein 550 Seiten dicker Band, der neue Einblicke in die eigene Familie gegeben hat.

 

Rating


Dieses Mal ohne Rating, da persönlicher Bezug.

 

Meine Bewertung zu den Memoiren

Ich muss gestehen, dass ich einen Teil der Niederschrift meines Opas bereits kannte, da ich sie als Blattsammlung schon einmal gegenlesen durfte. Da war mein Großvater noch am Leben. Es hatte ihn seinerzeit viel Mühe gekostet so etwas modernes wie einen Computer zu bedienen. Wenn die Hände vom Alter zittern, ist eine Maus wahrlich kein Freund. So löschte er unfreiwillig Passagen, weil Abschnitte unwissentlich markiert und überschrieben wurden oder das Prinzip des Speicherns einfach fremd waren.


Für uns als Digital Natives alles Selbstverständlichkeiten, für ihn mit 90 Jahren eine völlig andere Welt. Doch es hat gerecht Schönes wie Trauriges niederzuschreiben und uns damit einen letzten Einblick in seine Gedanken zu geben. Schließlich lagen zwischen ihm und mir mehr als 50 Jahre Altersunterschied. Die, die wir heute im Luxus von Freiheit und grenzenlosem Zugang zu Bildung, Wissen und Nahrung haben, tun gut daran solche Geschichte zu lesen und zu verinnerlichen.


Nun nimmt den Mammutanteil des Buches das Leben meines Papas ein. Es ist schon erstaunlich, dass man einen entscheidenden Teil seines Lebens mit ihm verbringt und dann doch feststellt, dass man wirklich Vieles nicht weiß und kennt. Um so spannender war es seinen Rückblick zur Kindheit, dem Erwachsenwerden, aber auch Dinge wie das Studium, den Beruf und das Leben in der DDR allgemein, kennenzulernen.


Irgendwie fügt es Puzzleteile zusammen, erklärt Macken und Reaktionen, die man ohne einen entsprechenden Kontext gar nicht verstehen kann. Auch lernt man indirekt die Großeltern neu kennen oder andere Teile der Familie. Zwangsweise kommt bei mir die Frage auf, ob ich auch meine Gedanken zu meinem Leben aufschrieben sollte? Würde das überhaupt jemand lesen wollen? Kinder habe ich keine und werde wohl auch keine mehr haben. Genau so würde das Wissen um die eigene Familiengeschichte wohl irgendwann verblassen. Gäbe es da nicht interessante Schriften von Papa und Opa.

 

Weitere Rezensionen

Fallen dieses Mal weg.


Das Buch kaufen

Das ist nicht möglich und auch nicht gewollt. Es wurde einzig für die Familie geschrieben und in Kleinauflage gefertigt. Schön, dass ich an der finalen Umsetzung mitwirken durfte.